Reisebericht #7 – Auf den Valentinstag in China war ich doch etwas gespannt. Die Chinesen haben schon einen Gewissen Hang zur Dramatik, Kitsch und Übertreibungen. Aber der Valentinstag war dafür echt harmlos .. einzig Rosenverkäufer an jeder Ecke und Vasen voller Rosen in jedem Kaufhof – ansonsten war es auf „unserem“ Kitschniveau.

China Urlaub Erfahrungen Peking Drums and Bells Tower – Nanluoguxan Strasse – Artisten Show Beijing Theater

Wir starteten unseren Valentinstag mit einem Besuch bei zwei bekannten Türmen – „Drum and Bells Tower“. Das Wetter an diesem Tag war ein bisschen fies: Die Sonne hat zwar nach wie vor schön geschienen, aber wir hatten -1 Grad und dazu einen Wind, der daraus gefühlte -10 gemacht hat! Wir sind wieder einen Teil querfeldein durch Hutongs zu den Towern gelaufen, dort war es glücklicherweise etwas windgeschützter. Die Türme an sich liegen sich gegenüber, dazwischen ist ein großer Platz. Eintritt für beide lag bei 30 Rnb. Hier müsst ihr gedanklich immer durch ca. 7 Teilen. Im Moment ist der Kurs bei 7,3 – gut für uns! :)

Angefangen haben wir mit dem Glockenturm. Erstmal gab es einen Security Check – das mögen die hier! Ihr müsst eure Tasche durch einen Scanner schicken, wenn ihr Getränke habt, vortrinken oder es ebenfalls scannen lassen und selber durch einen Scanner laufen oder werdet abgescannt. Danach durften wir in den Turm..

Und da waren wieder so krasse Treppen!!! Dieses Land macht mich fertig! Ich habe glaub ich noch nie so eine lange, steile Treppe gesehen. Und das Ganze bitte hoch und runter! Oben also erstmal hechelnd auf eine Bank gefallen. Den Glockenturm von innen fand ich jetzt weniger dramatisch, weil man nicht sehr viel sieht. Es gibt die große Glocke im Innenteil, aber auf dem Balkon kann man nicht gehen, da dieser abgesperrt ist.

Die Glocke ist riesig und wurde einmal von einem Kaiser beauftragt. Er hatte alle Schmiede und was man dafür braucht aus dem ganzen Land gerufen und die sollten die größte Glocke schmieden. Sie haben das aber leider nicht hinbekommen und der Kaiser wurde zornig. Er hat dann 80 Tage ausgesetzt als Deadline, danach sollten alle geköpft werden. Hier gibt es jetzt 2 Varianten wie es weitergeht, aber das Ende vom Lied ist immer, dass die Tochter eines Schmiedes in den Topf mit dem flüssigen Zeug gesprungen ist. Sie wollte das Ying und Yang Verhältnis herstellen, damit das Material jetzt hält. Es hat natürlich funktioniert und die Leute waren gerettet. Ihr zu Ehren wurde dann ein Tempel errichtet.

Wie ihr euch sicher schon denken könnt, hatte natürlich auch der Trommel Turm wieder eine gigantische Treppe. Hachja… so bleibt das gute Essen schon mal nicht auf der Hüfte sitzen. So viele Treppen wie hier, bin ich noch nie in meinem Leben in 1 Woche gelaufen *lach*. Hier gibt es eine große, hohe Halle im oberen Teil des Turmes, in der verschiedene große Trommeln ausgestellt sind. Ein paar Mal am Tag gibt es hier auch Aufführungen, da waren wir aber zeitlich nicht passend da. Hier hat mich die Decke total fasziniert – ich habe ein Faibel für alte Decken, Tore und Fenster :)

Der Hutong Guolo ist ein recht bekannter und auch in der Nähe, weshalb wir also hier auch einen Abstecher hin gemacht haben. Hutongs heißen übrigens die alten kleinen Gassen in den Stadtvierteln Beijings. Es gibt davon ein Wirrwarr von einigen tausend Hutongs rund um die Verbotene Stadt. Unser Ziel war diesmal die Straße oder das Viertel Nanluoguxan. Wie sich herausstellte eine tolle, kunterbunte Ecke mit vielen unterschiedlichen Stores. In der Mitte geht es über eine Brücke und man hat eine tolle Aussicht auf einen See.

Hier haben wir einige Mitbringesel und Erinnerungen gekauft und meine Mutter und ich können nach 1 Woche China immer noch behaupten, keinen Schal gekauft zu haben. Ich dachte das wird schlimmer :) Es ging direkt weiter in die Nanluoguxan Straße, die ebenfalls toll zum Shoppen und einfach zum Schauen ist. Mein Bruder zeigte uns den legendären „Uniqlo“ Laden, in dem wohl Chinas bekanntester Porno (und Pornos sind hier tabu hoch zehn!) gedreht wurde, ohne das die das scheinbar wussten.

Für den Abend hatten wir uns Karten für die Artisten Show im Beijing Theater besorgt. Die Show wird dort 3x (!) am Tag aufgeführt und es gibt außerdem noch Opern und Kampfkunstshows dort. Das Theater ist richtig klischeehaft mit roten Samtsesseln – der halbe Saal hatte diese tollen VIP Hussen – und Popcornverkauf davor. Natürlich haben wir uns Popcorn gekauft und dann ging es mit fast leerem Theater auch schon los.

Die Show war eine Mischung aus Tanz/Gymnastik, Geschicklichkeitseinlagen, Waghalsigen Stunts und tollen Kostümen. Normalerweise klatschen Chinesen recht selten, aber im Theater haben sie sogar ein paar mal geklatscht. Die verschiedenen Einlagen waren sehr schnell hintereinander und es wurde quasi immer währendessen umgebaut. Die Shows waren sehr unterschiedlich, aber mir hat eigentlich alles gut gefallen. Ein paar mehr, ein paar weniger.

Das Ganze hatte einen ganz besonderen Charme, weil man das Gefühl hat, dass das keine krassen Vollprofis sind teilweise. Da fiel auch mal was runter beim Longieren oder der Seiltänzer vom Seil – man hat richtig mitgefiebert und alle (ok.. viele) haben geklatscht, als er es beim dritten Anlauf geschafft hat. Umso geschockter waren alle, als die Nummern mit dem Teufelsrad und der Metallkugel mit den Motorradfahrern kam. Absolut gaga…..!

Die Show ging eine Stunde und danach sind wir noch zum Essen in ein Restaurant in der Nähe. Hier hatten wir frittierte Dumplings, Reisteigrollen mit Fisch und Gemüsereis in einer Ananas. Dazu 3 kleine Nachspeisen, die mir aber allesamt irgendwie zu künstlich waren.

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5 KOMMENTARE

  1. Die vielen Treppen würden mir auch zu schaffen machen. Ich bin mal auf den Kölner Dom gestiegen. Nach gefühlten 20 Pausen und nach Luft schnappen kam ich endlich oben an :)

    Deine Eindrücke sind wieder sehr schön geschrieben. Hab ich gern gelesen.

    Sende Dir liebe Ostergrüße

    Sabine

  2. Die Bilder sind so schön. Es macht wirklich Spaß diese anzuschauen, da es so viele interesssante Eindrücke sind. Danke, dass Du diese mit uns teilst.

  3. Das sind tolle Fotos! Die Treppen sehen wirklich ganz schön steil und lang aus – ich bin zwar schon diverse Male den Eifelturm zu Fuß hochgelaufen, aber da kann man wenigstens Pausen machen – die Türme sehen aus, als wenn man in einem Rutsch rauflaufen muss. Hechel.
    Das Theater sieht sehr leer aus – wurde es während der Vorstellung noch voller? Deine Reiseberichte machen wirklich Lust auf China. Aber ich fürchte, es wird schwierig ohne kompetente Begleitung, oder?
    Liebe Grüße
    Fran

  4. Liebe Ann-Kathrin, danke für den super Bericht und die tollen Fotos. Alles super bunt. Das wär schon was für mich.
    Oh jeh bei der Nummer mit der Motorradkugel hätte ich glaub auch Angst gehabt. Hab ich im Flic Flac gesehen und da war es schon brenzlich.
    Schönen Sonntag Abend, liebe Grüße tina

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