Unsere Zeit in Peking war gekommen und wir wollten für die letzten Tage unserer Reise noch nach Shanghai. Hier gibt es einen Schnellzug der mit dezenten 330km/h die Strecke in ca. 5h bewältigt. Das ist echt fix und war für unsere Zwecke ideal! Die nächsten 4 Tage stand dann Shanghai auf dem Plan, bevor es wieder in die Heimat ging.

China Urlaub Erfahrungen Shanghai – Schnellzug – Yu Yuan Garten – Stadtgotttempel und Fangwengzhonglu Gasse

Den Schnellzug hatten wir schon einige Tage im Vorfeld via Internet gebucht (ca. 75 Euro pro Person während den 2 Wochen um Chinese New Year) und die Karten dann 2 Tage vorher am Bahnhof abgeholt. Hierzu muss man seinen Reisepass mitbringen, da die Karten namensgebunden sind. Praktischerweise ist der Zug auch mit reservierten, festen Plätzen, was einmal einiges an Terror, Ansteherei und Chaos erspart.

Der Zug selber schaut eigentlich aus wie unsere ICEs in Deutschland, sowohl innen wie außen! Wir hatten eine 3er Sitzreihe und einen Großteil der Strecke war der Zug nicht wirklich voll, weshalb wir uns etwas ausbreiten konnten. Regelmässig fahren Angestellte mit Obst und Getränken rum und teilweise hatte man sogar Wlan. Es liess sich also aushalten :-)

Und dann waren wir auch schon in Shanghai! Ursprünglich war nur Peking geplant und ich hatte damals Shanghai noch ins Spiel gebracht, da ich einiges über die Stadt gelesen hatte und auch einen Blog von hier verfolgt habe (gibt´s leider nicht mehr), der immer so tolle Bilder hatte. In Shanghai hatten wir erstmal ca. 22 Ubahnstationen zu bewältigen, um an unser Hotel zu kommen. Auch in Shanghai sind wir in einem Novotel und zwar dem Novotel Shanghai Atlantis – wieder mit free WIFI und diesmal sogar etwas flotter :-)

Das Hotel ist um einiges beeindruckender als das in Shanghai. Wenn man die zwei Hotels vergleicht, sind die Unterschiede ähnlich wie die zwischen den Städten Peking und Shanghai in meinen Augen. Shanghai ist beeindruckend – keine Frage, aber Peking hat (bisher) irgendwie mehr Charme. Shanghai ist größer/höher, wirkt viel westlicher und hier ist es auch um einiges touristischer, irgendwie moderner. Peking hat seinen ganz eigenen Charme, was ich nie gedacht hätte! Ursprünglich hatte ich mich nämlich viel mehr auf Shanghai gefreut.

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Die Aussicht aus unserem Hotelzimmer ist atemberaubend! Gerade Nachts wirkt das enorm – man kann einfach bis zum Ende des Sichtfelds erleuchtete Stadt sehen, viele beeindruckende Hochhäuser und dazu das Wasser. Das ist eine klasse Kulisse! In der Gegend hier wird gerade eine komplette neue Ubahn Linie gebaut, sowas sieht man auch nicht alle Tage und schon gar nicht von oben!

An unserem ersten Tag sind wir am späten Nachmittag im Hotel angekommen, haben ein bisschen ausgepackt, uns frisch gemacht und sind dann los in die Stadt. Zuerst haben wir uns einen kurzen Snack bei Starbucks gegönnt, der direkt hier am Hotel liegt. Wenn man hier aus dem Fenster geschaut hat, hätte man fast denken können man wäre im Urlaub auf den Kanaren. Palmen vor der Tür, blauer Himmel, … aber wir waren einfach nur bei tollem Wetter in Shanghai! Recht schnell fing es dann an Dunkel zu werden und das Lichterspiel konnte beginnen! Die Hochhäuser ragen hier schon krass hoch in den Himmel und überall leuchtet und blinkt es.

Nach einem kleinen Spaziergang durch eine Highend Mall haben wir uns auf die Suche nach einem bekannten Aussichtsspot  gemacht. Nach kurzem Suchen (Reiseführer sind nicht immer hilfreich..) haben wir ihn aber gefunden und sind für 17 Euro pro Person mit dem Aufzug 340m nach oben gefahren. Von hier aus konnte man natürlich nochmal besser über Shanghai schauen! Fotografieren war hier etwas anstrengend, da die Scheiben schon sehr verkratzt waren. Gerade der Bund sah mit seiner Lage am Wasser wunderschön aus, das spiegelt sich so hübsch!

Von dort oben konnte man auch komplett runter in die Eingangshalle des Hotels schauen. Ziemlich krasse Aussicht und irgendwie wirkt es sehr unwirklich bzw. wie eine optische Täuschung, wenn man da runterschaut. Beim Hoch- und Runterfahren mit dem Aufzug bekommt man hier übrigens schon gut Druck auf die Ohren, aber mit Mund auf ist alles im Rahmen.

In diesem Gebäude gab es auch einige dieser typischen Spielautomaten mit diesen Krallenarmen. Mein Bruder wollte sich einen speziellen Pikachu rausziehen und hatte bereits 3-4x versucht, als ich auch mal wollte. Mit nur einem Versuch habe ich dann lustigerweise meinen Pikachu rausgezogen. Fairerweise muss man sagen, dass der aber auch einfacher lag. Wir versuchen es jetzt also weiter, wenn wir wieder so einen Automaten sehen. Die 5-6 Versuche haben knapp 1 Euro gekostet, man kann also etwas versuchen ;-)

Danach haben wir uns auf die Suche nach etwas zu Essen gemacht, da es schon recht spät war und sind in einem recht gemixten Restaurant gelandet. Wir hatten Spaghetti Bolognaise, Pizza und Hühnchen mit Reis. China ist für mich das Land der Knochen! Hier wird das Fleisch meist einfach am Knochen gelassen, irgendwie ein bisschen kleiner gemacht und so in die Soße geworfen. Man muss also ständig Knochen rausfieseln beim Essen.

Am nächsten Tag waren wir hochmotiviert und starteten direkt in den alten Teil von Shanghai, wo es noch etwas ursprünglicher ist. Leider wird der Teil irgendwie Stück für Stück von neueren Bauten verdrängt. Der Teil von Shanghai hat mir sehr gut gefallen – die Gebäude haben es mir am meisten angetan. Wir waren zuerst im Stadtgott Tempel. Früher hatte jede Stadt solch einen Tempel und dort haben die Leute die Stadtgötter angebetet und ihnen Opfer gebracht, damit es der Stadt gut geht.

Heute ist das teilweise immer noch so. Also man geht in diesen Tempel und die gläubigen Chinesen haben dann zuerst ein Räucherstäbchen entzündet und auf dem Vorplatz des Tempels gebetet und anschließend kommen alle Räucherstäbchen in einen großen Behälter. Innen können dann Spendengaben (verpackt in Tüten) abgegeben werden und werden unterhalb der Gottesfigur (des Stadtgottes) aufgestellt. Hier werden Essen, Getränke und Geld gespendet. Was mit den Sachen danach passiert, wissen wir leider nicht. Als Eintritt bekommt man wieder ein rotes Band, welches man dann seinem Gott darbietet, in dem man es vor seine Statue bindet. Und generell wird auch wieder jede goldene Figur (wie z.b. die Löwen) gerieben und berüht. Die werden da einfach erstmal alle hingestellt und stehen dann da. Es war total interessant zu sehen, wie in dieser hochmodernen Stadt doch noch solchen alten Religionen gehuldigt wird. Schwierig zu erklären, aber ich fand die Atmosphäre in diesem Stadtgotttempel echt beeindruckend. So ein Mix aus altem und neuen, Antike und Moderne!

Dann gibt es noch einen langen Gang in dem hinter Glas verschiedene Götterstatuen aus Holz sind. Vor den Statuen sind goldene Löwenköpfe und andere Formen an die wiederum die Leute ihre roten Eintrittsbänder binden. Diese Bänder haben wir bereits auf dem Kohlehügel gesehen, wo sie an eine Gitterwand gebunden wurden. Die Köpfe der Löwen/etc werden wieder im vorbei gehen oder während des Betens gerieben.

Weiter ging es über die 9 Brücken, deren Überquerung Glück bringt! So zicke zacke ist die Brücke übrigens, damit einem keine bösen Geister folgen können. Die können nämlich nur gerade aus laufen! Die Brücke war völlig überlaufen, aber wir mussten da drüber, um in den Park zu kommen. Also… drauf! Wir haben uns also in einer Masse von Chinesen mit geschoben, die die ganze Zeit Selfies von sich und den Figuren im Wasser machen wollten. Die Polizisten auf der Brücke haben hysterisch in ihre Trillerpfeifen gepfiffen, damit die Leute weiter gehen…. ihr könnt euch den Lärm ungefähr vorstellen!

Auf der Hälfte der Brücke haben wir die Bremse reingehauen und einen Stop im bekannten Teehaus gemacht. Der Tee ist hier zwar nicht günstig (ca. 14 Euro die Tasse), aber man bekommt heißes Wasser zum Nachgießen dazu und somit relativiert sich das wieder. Wir saßen also in diesem wunderschönen alten Teehaus, direkt am Fenster mit Aufblick auf das Wasser und die verrückte Meute auf der Brücke und haben uns die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Wir hatten nämlich bombiges Wetter an diesem Tag! So lässt es sich aushalten!

Danach waren wir im Yu Yuan Garten (oder auch Yu Garten), der Garten der 1000 Blumen. Ok im Februar war da natürlich keine blühende Blumenwiese, aber doch schon einiges an Blüten – ich war echt überrascht! Der Garten ist mitten drin im Trubel, aber man geht durch ein Tor und ist wie in einer anderen Welt. Es ist ruhig, man hört nur Vögel zwitschern und Wasser plätschern. Steinerne Wege mit ausgefallenen Mustern, überdachte Wege, überall kleine Teiche und große Steine. Der Park ist zwar zum großen Teil künstlich angelegt, aber das sieht man ihm nicht an. Als Oase der Ruhe kann ich mir das toll vorstellen in solch einer Stadt! An vielen Stellen gibt es auch Pavillons, in die man sich setzen kann.

Nach dem Park haben wir uns in die Fangwenghonglu Gasse / Bereich gestürzt. Laut, bunt und voll! Eine ziemliche Umstellung zur Ruhe des Parks davor. Hier habe ich mir dann endlich die wohl kitschigste Mütze überhaupt gekauft: eine Pandabär Cap! Weiterhin habe ich mal wieder mein Glück mit Streed Food versucht und bin mal wieder gescheitert! 5 Versuche, 4 Katastrophen. Die werfen hier einfach alles mit Haut und Haaren in die Friteuse … das ist nix für mich! Die Zuckerwatte war aber gut ;-)

Wir sind dann noch ein Weilchen durch die Gassen geschlendert, haben uns Tee gekauft und in einem Supermarkt versucht die Zutaten von unserem Kochkurs nachzukaufen (Gewürze). Schwieriger, als gedacht. Aber wir bleiben dran! Eins der Rezepte werde ich auf jeden Fall auch für den Blog nachkochen! Am Abend waren wir ziemlich platt und hingen einfach eine Weile faul auf dem Hotelzimmer rum und haben dann nur flink was zu Abend gegessen.

Ich hatte eine tolle Suppe mit Nudeln, Pilzen und irgenwas Grünem. Nicht ganz einfach Spaghetti mit Stäbchen zu essen, aber der mitgelieferte Löffel für die Suppe war auch eher ungewohnt. Geschmacklich aber richtig gut und kostentechnisch bei nur ca. 4-5 Euro und die Schüssel war riesig. Die Hälfte dürfte ich ungefähr geschafft haben!

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Hier hat meine Mum mal von hinten drauf fotografiert als zwei Mädels unbedingt ein Bild mit uns wollten. So lustig :)

China Urlaub Erfahrungen Shanghai - Yuyan Garten Stadtgotttempel

 

3 KOMMENTARE

  1. So tolle Fotos! Den Garten finde ich unheimlich beeindruckend, vor allem wenn man die Stadt drumherum sieht. Und diese Menschenmassen. Irre. Ich glaube, ich muss meine Asien-Zurückhaltung mal aufgeben. Deine Berichte aus China und das, was meine Tochter aus Japan erzählt lassen doch vermuten, dass ich bisher etwas verpasst habe :-)
    Liebe Grüße
    Fran

  2. Nett, der Bericht! Ihr habt ja wirklich Glück mit dem Wetter gehabt! Eine Anmerkung: Der Yu-Garten heisst korrekt „Yu Yuan“.
    LG
    Ulrike

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