Das Weihnachten meiner Kindheit
Das Weihnachten meiner Kindheit

In meiner Family wurden Weihnachten von jeher als absolutes Familienfest zelebriert, ein Zusammenkommen der ganzen Familie (aus ganz DE angereist), eine große, lustige Runde – ich habe an das Weihnachten meiner Kindheit viele tolle Erinnerungen für die ich sehr dankbar bin. Über die Zeit hat sich einiges verändert, aber das Grundprinzip nämlich die „ganze Familie“ an einem Tisch ist stets geblieben. Mit diesem Post möchte ich euch mal Weihnachten „früher“ (bis ich ca. 16 Jahre alt war) vorstellen und nach dem diesjährigen Weihnachten gibt´s dann noch Weihnachten „heute“ – natürlich dann auch mit aktuellen Bildern :-)

Mein Onkel ist an Weihnachten immer der Fotograf und so habe ich ein paar Bilder bei mir auf dem Rechner gefunden von 2004-2009. Davor gibt es die irgendwie nur als richtige Fotos, aber so seht ihr zumindest ein bisschen was :-) Ursprünglich haben wir immer im Haus meiner Eltern (die Fotos mit der langen Tafel + dem Erker) gefeiert. Meine Eltern sind seit ich 10 Jahre bin getrennt, haben aber (ich würde sagen uns Kindern zu Liebe) noch eine ganze Weile im gleichen Haus gewohnt. So haben wir also auch Weihnachten zusammen gefeiert auch nachdem sie schon lang geschieden waren. Als 2009 dann mein Elternhaus verkauft wurde, sind beide in eigene Häuser bzw. Wohnungen gezogen, aber die große Familienfeier war weiterhin bei meiner Mutter mit allen. Deshalb ändern sich die Locations :-)

Das Weihnachten meiner KindheitDas Weihnachten meiner Kindheit
Das ist bereits im Haus meiner Mutter.

Das Weihnachten meiner Kindheit

24.12. Startschuss Weißwurstfrühstück
Ursprünglich began Weihnachten bei uns immer am 24.12. mit einem Weißwurstfrühstück im Haus meiner Eltern. Die Tische für den Weihnachtsabend waren da bereits gestellt, damit die knapp 20 Leute auch Platz haben. Da kamen Opa, Oma, meine Eltern + Geschwister, mein Onkel + seine 3 Kinder, mein anderer Onkel + Frau + 2 Kinder und dann noch einige gute Freunde der Familie.

24.12. Es wird ernst
Nach dem Weißwurstfrühstück wurden wir Kinder dann alle nach oben oder draußen gescheucht und im Wohnzimmer wurden die Türen abgehängt, damit wir nicht mehr reinschauen konnten. Jetzt wurde von meiner Mutter der Baum geschmückt und der Rest der Familie war mit Vorbereitungen an der gedeckten Tafel, in der Küche oder an den Geschenken beschäftigt. Das ging den ganzen Nachmittag so und wir Kids haben brav gespielt. Dann sind alle nach Hause gefahren, um sich schick zu machen und am Abend kamen alle wieder. Im Arbeitszimmer gab es einen kleinen Sektempfang und dann ENDLICH durften wir ins Wohnzimmer.

Das Weihnachten meiner Kindheit

Dort stand dann immer ein schöner großer Baum und darunter waren alle unsere Geschenke. Da wir insgesamt 6-8 (je nach Jahren) Enkel + dazugehörige Eltern, etc waren gab es hier einige Päckchen. Nach einigem AHH und OOH haben wir uns dann irgendwann dazu bewegen lassen, uns zum Essen zu setzen. Jetzt gab es erstmal Vorspeise und danach dann den hochheiligen Hauptgang – das „5h Lamm“. Zubereitet über 5h von meinem Vater, jedes Jahr gab es wegen irgendwas ein kleines Drama, aber am Ende waren immer alle hin und weg vom perfekten Fleisch. Dazu gab es Klöße, Gnocchis, Kraut und Soße. Für mich also Kloß mit Soß – ein Grund warum ich an Weihnachten gar nicht soviel zugenommen habe früher! :-)

Das Weihnachten meiner Kindheit

Danach „mussten“ wir noch mal ab nach oben zum Spielen. Meistens saßen wir aber alle oben an der Treppe und haben gelauscht… bis wir das feine Klingeln der goldenen Weihnachtsglocke gehört haben! UND DANN…. sind wir alle runtergerannt wie die Irren! Bevor es zur Bescherung kam, wurde bei uns aber erst immer gesungen. Bestimmt 4-5 Lieder und wenn nicht mitgesungen wurde, (die Begeisterung war manchmal überschaubar *g*) wurde das solange durchgezogen, bis alle gesungen haben. Mein Opa war da gnadenlos! Im Gegensatz zu ihm sind aber leider all Enkel eher unmusikalisch, weshalb der Gesang sicher erheiternd, aber wenig gut war :-)

Das Weihnachten meiner Kindheit

Das Weihnachten meiner Kindheit

Danach ging es an die Geschenke! Aber auch hier hatten wir eine Zeremonie: Alle haben sich jetzt wieder an ihren Platz gesetzt und das älteste oder jüngste (immer im Wechsel) Enkelkind durfte dann das erste Geschenk unter dem Baum hervorholen. Völlig beliebig welches. Dann wurde geschaut für wen dieses Geschenk ist, es wurde förmlich hingetragen und derjenige durfte es dann öffnen und alle haben zugeschaut. So ging das Paket für Paket. Ihr könnt euch also vorstellen, dass die Bescherung bei uns ewig gedauert hat, aber es war immer ein riesigen Spaß. Danach gab es dann die Nachspeise und dann sind wir Kinder meist abgedampft, um mit unseren neuen Sachen zu spielen. Solange meine Uroma noch gelebt hat, sind wir an Weihnachten auch manchmal noch in die Kirche gegangen. Je nachdem ob sie spätnachmittags oder spätabends war.

Das Weihnachten meiner Kindheit
Das bin ich mit meiner Oma (und Patin) mit circa. 18 Jahren. Arg süß ne?

1. Weihnachtsfeiertag
Extra Antreten bei der Oma & Uroma stand hier auf dem Programm. Meine Oma/Opa und meine Uroma waren zwar am 24.12 auch mit bei der großen Feier, aber Geschenke von ihnen gab es immer am 1. Weihnachtsfeiertag. Zuerst ging es also zu meinen Großeltern ins „gute Wohnzimmer“. Das gute Wohnzimmer war ein Raum im 1. Stock, der das ganze Jahr unbenutzt war und eigentlich nur an Weihnachten betreten wurde. Dort war dann ein Weihnachtsbaum aufgebaut, es war ein großes Sofa und 1001 Puppen, die meine Oma gesammelt hat. Eigentlich war das nämlich ihr geheimes Puppenzimmer, aber so konnte sie es als Wohnzimmer für Weihnachten tarnen ;-) Dort gab es dann also Plätzchen, Kaffee (nicht bröseln Kinder!!) und die Geschenke von der Oma.

Danach ist die ganze Horde dann ca. 500m weiter runter ins Dorf zu meiner Uroma gestapft. Die wohnte in einem klitzekleinen alten Häuschen wie aus dem Märchen. Mit so kleinen Fenstern und schmalen Türen und niedrigen Decken. Außerdem hatte sie einen Dachboden, auf den man eigentlich nicht durfte, was natürlich für uns Kinder ULTRA spannend war. Dort versammelten wir uns also alle in ihrem Wohnzimmer (ca. 18qm die ganze Wohnung hatte max. 60qm). Das wurde mit den Jahren immer lustiger, weil wir Kinder ja gewachsen sind und es immer enger und enger wurde. Alle saßen und standen also überall rum und meine Uroma thronte auf ihrem dicken Ohrensessel.

Daneben stand ihr Lederpuff auf dem normalerweise immer ihr Strickzeug war, aber an Weihnachten stand dort ihre Tasche und aus dieser Tasche zog sie dann nach und nach einen Umschlag hervor auf dem ein Name stand. Derjenige musste dann von seinem Platz nach vorne kommen und durfte den abholen. Da wurde natürlich noch die Oma gedrückt und sich bedankt. Und wieder zurück auf den alten Platz – der nächste kam dran. Das war immer ein ziemliches Gedränge und großes Hallo und Gelächter! Danach gab es Wein, Plätzchen und es wurde nochmal gesungen.

Wie habt ihr in eurer Kindheit Weihnachten gefeiert?

2 KOMMENTARE

  1. Das klingt nach wunderbaren Weihnachten und bei uns dauert Geschenke aufmachen übrigens auch immer ewig, weil das ähnlich wie bei euch immer nur einer macht und alle gucken und warten ob es gefällt, wie der beschenkte guckt, was er/sie bekommen hat :) feine Sache.
    Singen tun wir auch, ganz laut und alle falsch sicher. Jedenfalls beschuldigen wir uns alle immer gegenseitig, aber das ist dann so zum Lachen. Und ganz wichtig ist unser Kater. Der will nämlich jede Kiste und Schleife für sich und ist somit immer das Highlight.
    Hach, wo ich so drüber nach denke freu ich mich nun schon sehr auf Weihnachten. Habt noch schöne Tage, ela

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