Aktueller Trend – Minimalismus, Konmari Methode, Aussortierwahn – Fluch oder Segen?

Minimalismus, Konmari Methode, Aussortierwahn - Fluch oder Segen?
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Wenn es im letzten Jahr ein Trendthema und ein Trendbuch gegeben hat, dann waren das wohl Minimalismus und das Buch die Konmari Methode. Mich hat beides durchaus auch interessiert, aber meine Schlüsse sind nicht ganz so extrem wie bei manch anderen. Das Thema an sich finde ich aber spannend und möchte es deshalb mal mit euch diskutieren :-)

Die Konmari Methode

Vor mittlerweile 1,5 Jahren habe ich das Buch „Die Konmari Methode“ (A) gelesen, dazwischen gefühlte 2348302 Videos und Blogposts zum Thema Minimalismus, aussortieren und Konsum gesehen.

Immer mal wieder bin ich schwer geflasht von Leuten, die dem Geld entsagen und einfach im Wald Leben. Oder ihr Hab und Gut verkaufen und als Backpacker die Welt bereisen oder einfach auswandern. Einige große Youtube, die plötzlich in den Konsumstreik treten und nichts mehr kaufen und im Aufbrauchwahn sind, natürlich auch nicht zu vergessen.

Jetzt halte ich persönlich nichts von allen Bereichen der Konmari Methode, denn ich mag Erinnerungsstücke und ich mag auch welche in meinem Umfeld haben. Und wenn ich einen Pullover einfach nur behalte, weil ihn mir meine Oma gestrickt hat, egal ob er mir passt oder nicht… da möchte ich mir einfach nichts vorschreiben lassen.

Außerdem finde ich Minimalisten teilweise genauso anstrengend wie Veganer. Häufig sehr belehrend, alles andere ist der Teufel und unter einander kratzen sie sich die Augen aus. „Du bist nicht minimalistisch – du hast noch 5 Unterhosen“ – manchmal lacht man sich unter Videos über die Kommentare einfach nur kaputt.

Mehr Ordnung durch weniger Besitz

Wo ich dem Buch bzw. der Minimalismus Bewegung aber etwas abgewinnen kann ist, dass es einfacher ist Ordnung zu halten, wenn man weniger hat. Und ein weiterer Punkt: Mich beruhigt es irgendwie, wenn um mich Ruhe herrscht. Ruhe im Sinn von wenig um mich herum. Wenn man weniger Zeug hat, muss man weniger aufräumen. Absolut richtig. Aber auch mit wenig Sachen kann man ganz gut Unordnung stiften.

Je mehr Luft aber in den Schubladen und Schränken ist, desto mehr Überblick hat man. In meinem Kleiderschrank habe ich durchaus einige Teile gefunden, die ich schon vergessen hatte. Mittlerweile ist es aber auch da etwas übersichtlicher.

Minimalismus, Konmari Methode, Aussortierwahn - Fluch oder Segen?

Alles hat seinen Platz

DAS ist ein Punkt aus dem Konmari Buch, den ich wirklich versucht habe mehr bei uns umzusetzen. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass mein Mann da vorher schon mehr in die Richtung gemacht hat und ihm das auch mehr liegt *lach* Ich bin einfach eine Chaosqueen! Ich kann einen Raum in 5 Minuten komplett verwüsten – aber auch genauso schnell mache ich wieder Ordnung!

Aber zurück zu alles hat einen Platz: Wenn die Schränke nicht so voll sind, hat man einfach einen besseren Überblick. Man kann seinen Sachen einen Platz suchen, einen Ort wo man sie immer findet und wohin man sie zurück bringt.

Bestes Beispiel ist mein Macbook. Da wir beide einen Festrechner haben (im 1. Stock) war das Macbook meistens in der Küche/Wohnzimmer anzutreffen. Lag da halt einfach auf dem Esstisch, die Hülle daneben, das Ladekabel auch irgendwo. Zuerst hat das Ladekabel einen Ort bekommen, schon vor Monaten.

Das Macbook lag aber irgendwie doch immer irgendwo rum.. jetzt hat es einen Platz in der Kommode. Zusammen mit seinem Ladekabel und allen Handykabeln. Das macht da Sinn und es lässt sich mit einem Handgriff raus bzw. rein packen. Die Kommode steht neben dem Esstisch also ist es immer in Reichweite. Und der Esstisch ist jetzt leer – nagut … häufig stapeln sich da doch noch irgendwelche Sachen, aber wir werden besser :-)

Wohnzimmer Dekoration Update + Inspiration

Bunt oder was?

Irgendwie denken viele Leute, dass bei mir Zuhause alles bunt sein muss, weil ich doch Grafikerin bin. Grafiker mögen es bunt. Öh not? Eher sogar das Gegenteil würde ich sagen! Ich mag es dezent, grau, nude, weiß, schwarz .. gerne! Dazu warme Brauntöne und ein bisschen Blau und Grün und ich bin glücklich. Die rote Wand im Keller hat mir bei unserem Einzug fast einen Herzinfarkt beschert – pfui Spinne!

Sowas ist jetzt natürlich Geschmackssache – also Farben und ihre Kombination. Aber um zurück auf die Minimalismus Sache zu kommen: Mir gefällt es, wenn es um mich herum dezent ist. Da brauche ich keine 238403 Dekoteile, keine 2938403 Blumen und auch nicht in jeder Ecke irgendein Schränkchen.

Das hat sich ehrlich gesagt erst so richtig entwickelt, seit wir unser Haus haben. Mittlerweile habe ich schon 2 oder 3x „mein“ Zimmer umgestellt und bin immer noch nicht ganz zufrieden. Ich habe da ganz klar dezimiert! Möbel, Krimskrams, einfach Zeugs. Und natürlich auch meinen Kleiderschrank! Hier möchte ich aber noch einen extra Post machen, weil hier das Thema „Meine Farben / Mein Stil“ noch eine große Rolle spinnt. Das würde den Rahmen hier dezent sprengen :-)

Sachen für „besondere Anlässe“

Da muss ich immer sofort an meine Oma denken. Da gab es „das gute Geschirr“, die „guten Gläser“ und die „Tischdecke für besondere Events“, diese Liste ist beliebig erweiterbar. An „normalen“ Tagen gab es bunt zusammengewürfelte Senfgläser, die ich als Kind wegen den Bildchen sehr gefeiert habe.

Wir haben uns fürs Haus natürlich auch einiges neu gekauft. Die IKEA Gläser sind rausgeflogen und wir haben uns die schönen Nachtmann Kristallgläser gekauft. Da kam dann die Frage auf „Nehmen wir die auch für den Alltag?“ und „JA BITTE!“. Ich möchte doch nicht alle möglichen Sachen doppelt und dreifach haben für Termine, die vielleicht 2-3x im Jahr sind.

Da feier ich lieber jeden Tag meine wunderschönen Gläser und runtergeworfen habe ich übrigens auch schon 2! Gut, ist natürlich ärgerlich, aber da muss ich halt Nachschub kaufen. Aber ich mag meine Sachen auch benutzen und deshalb gibt es bei uns wenig solcher Sachen für besondere Anlässe. Die verstauben doch sonst eh nur das ganze Jahr über. Für 2-3x im Jahr brauche ich das dann auch nicht.

Klar – die Kristallgläser von meiner Oma nutzen wir äußerst selten. Das liegt aber eher daran, dass wir nicht täglich Champagnerschalen und Likörgläschen brauchen. Für ein Glas Wein werden die ebenfalls rausgeholt. Und wenn sie mit der Zeit kaputt gehen? Dann sind sie eben kaputt! Aber ich habe sie wenigstens benutzt und mich daran erfreut!

Und wie halte ich es jetzt mit dem Minimalismus?

Meinen Kleiderschrank habe ich ordentlich aussortiert und habe jetzt ein paar andere Regeln für Neuanschaffungen. Das hätte ich ruhig mal ein paar Jahre eher machen könne, das hätte mir viel Geld gespart *lach*

Ansonsten versuche ich (bzw. wir) einfach Sachen, die wir eigentlich nicht brauchen zu vermeiden. Man kann sich ja für so ziemlich alles ein Gerät kaufen. Sachen die wir aber haben möchte und für die wir brennen sind okay… aber das Verhältnis muss passen. Wir haben einiges aussortiert, vieles was man schon Jahre mit sich rumschleppt. Einfach so step by step, Raum für Raum oder einfach mal nur eine Schublade, weil gerade Zeit war. Auch das ist nicht Konmari konform :-)

In unserem Wohnzimmer ist es für mich jetzt schon ziemlich perfekt. Klar haben wir Sachen, aber es ist aufgeräumt im Sinne von „Luftig“ und nicht zu „zugestellt“. Ein bisschen Deko ist okay, aber ich mag es eben eher dezent. Eine Kerzenleiste mit Steinen auf dem Tisch ist für  mich genug. Bequem und einladend muss es sein und ich denke das ist uns ganz gut gelungen.

Der Keller hat auch schon teilweise dran glauben müssen und mein Schmuck steht auch nochmal an. To be continued also!

Wie tickt ihr da so und was haltet ihr von dem Thema??

3 Comments on “Aktueller Trend – Minimalismus, Konmari Methode, Aussortierwahn – Fluch oder Segen?”

  1. Genau genommen hat hier alles seinen Platz – aber sag das mal Teenagern… Dinge wie Besteck, Gläser oder Geschirr „für gut“ gibt es hier nicht, ich kenne das aber noch von meinen Eltern. Wir arbeiten dran, Überflüssiges loszuwerden. Denn wenn ich in zehn Jahren in Richtung Süden ziehe, dann bitte ohne viel unnötigen Ballast. Mal gucken, ob es klappt :-)
    Liebe Grüße
    Fran

  2. Interessanter Beitrag. Deko habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Irgendwie sammelt das alles nur Staub an :) Komplett Minimalismus könnte ich nicht. Von manchen Dingen ein bisschen weniger geht aber schon.
    Deine Einrichtung sieht sehr gemütlich aus.

    Liebe Grüße Sabine

  3. Ja. Du hast völlig recht. Ich versuche mich immer vor den Dingen zu wehren, die mir jemand anschleift, weil “ man“ die brauchen kann. Ich brauch die nicht. Abee ich gehöre schon auch zu den Leuten die improvisieren und Dinge mal für was anderes nehmen.
    Zu viel sollte man sich wohl nicht vornehmen. Ich gucke mich rollierend in den Ecken um und gucke, was ich gar nicht brauche. Wenn ich dann wieder dran vorbei komm und hab ichs nicht benutzt, kommt es weg.
    Ich versuche nur noch dann zu kaufen, wenn ich nicht aus dem Fundus improvisieren kann. Büro zeug etc. An meinem freien Tag miste ich immer ne Stunde aus. Langsam und mühsam, aber doch zeigt es Wirkung. LG Sunny

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